Erstellt im Auftrag des Lichtig-Verlags

Rezension [Auszug]

"Beidseits von Auschwitz. Identitäten in Deutschland nach 1945"Beidseits von Auschwitz - Identitäten in Deutschland nach 1945

Nea Weissberg und Jürgen Müller-Hohagen haben in ihrer Anthologie dreißig Autorinnen und Autoren versammelt, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Nationalsozialismus und der Vernichtung der europäischen Juden und Jüdinnen auseinandergesetzt haben. Zu Wort kommen jüdische und Sinti-Überlebende der ersten, zweiten und dritten Generation, Nachkommen von nationalsozialistischen Täter/innen und Mitläufer/innen, Juden/Jüdinnen und Nicht-Juden/-Jüdinnen, Konvertit/innen und Kommunist/innen, Personen des öffentlichen Lebens sowie Privatpersonen. Die Autor/innen stammen aus Ost- und West-Deutschland, der DDR, Polen, Israel, Rumänien, Österreich und der Schweiz. Was sie eint, ist ihre Bereitschaft, sich auf die nicht immer einfache Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte und auf die Suche nach der eigenen Identität gemacht zu haben. Angestoßen wurden viele Beiträge des Sammelbandes durch die gemeinsame Form der Auseinandersetzung mittels Psychodrama, die von Yaacov Naor und Hilde Gött zur "'Konfrontation mit den Folgen von Auschwitz' für Nachkommen der Opfer und Täter" (S. 245) durchgeführt wird. Gemeinsamer Bezugspunkt ist oftmals Berlin. Dies mag auch an der Berlinerin Nea Weissberg als Herausgeberin und Verlegerin liegen, die - so ist einigen Beiträgen zu entnehmen - auch persönliche Bezüge zu den Autor/innen hat.

Die alle Beiträge umspannende Frage ist - wie der Untertitel bereits verdeutlicht - die nach Identität: Die Autor/innen setzen sich mit ihrer eigenen Identität auseinander, reflektieren ihr Gewordensein, indem sie ihre Familien- und Lebensgeschichte niederschreiben und deren intergenerationellen Facetten beleuchten. Dies findet in den meisten Texten sehr explizit Erwähnung ("Wenn man mich fragt, wohin ich gehöre, was meine Identität ausmacht, kann ich nicht so spontan antworten" (S. 274)), in vielen Beiträgen ist die Frage der nicht explizierte rote Faden und in wenigen Texten sind es eher mit dem Haupttext lose verbundene und wie nachträglich angehängte Absätze, die diese Frage beantworten. [...]

Katinka Meyer,
Methodenzentrum Sozialwissenschaften,
Georg-August-Universität Göttingen,
 komplett in: H-Soz-Kult

Zu bestellen:
Lichtig-Verlag, Berlin 2015
ISBN: 978-3-929905-34-2
346 Seiten
Preis: EUR 21,50 + Versandkosten

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